Die Sonnen(-blumen)seiten des Lebens

Aktualisiert: 27. Dez. 2021


Urlaub! Letztes Jahr waren wir Corona-bedingt lediglich kurz an der Nordsee. Wir halfen unserer Tochter Anna dort beim Umzug. Das Jahr davor war Paris angesagt. Und während meiner Chemozeit hatte ich mit Anna eine wunderschöne Zeit in Rom, Pompeji und an der Amalfiküste - damals ganz ohne Haare auf dem Kopf. Dieses Jahr machen sich meine Schwester Silvia, Anna und ich für 10 Tage auf in die Toskana.


Da Bilder mehr sprechen als tausend Worte, lasse ich viele Fotos von unserer Reise erzählen:


Florenz beeindruckt durch den Dom im Stil der Renaissance und durch die Kunst in dem weltbekannten Kunst-Museum "Uffizien"!


Im Schatten von Michelangelos David. Ein Schönling mit Idealmaße. Die Statue aus Marmor ist um einiges größer, als ich mir vorgestellt hatte.


Siena liegt hoch auf einem Berg und ist zu Recht in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden.


Eine herrliche Landschaft mit abgeernteten Getreidefelder breitet sich vor uns aus.


Wunderschöne Wanderungen führen uns zu beeindruckenden Stätten.


Romantische Bilder von Anna in weitreichenden Feldern mit Flughafer!


Auch Tiere gehören für mich in jedem Land einfach dazu!


So mancher Fehler erweist sich später sogar als sehr gewinnbringend, so wie hier der Turm von Pisa - der ungeplant eindrucksvoll schief geraten ist. Der rosa Hut für meine Enkelin bringt ein bisschen Farbe ins Spiel.


Und dann gibt es hier unzählige Felder mit Sonnenblumen! Die leuchtenden Blumen bringen auch mich zum Strahlen.


Sonnenblumen drehen sich ja immer der Sonne zu. Auch wir sollten lernen, den schönen Dingen des Lebens nachzugehen.


Die Sonnenblumenfelder sind unterschiedlich reif. Manche Felder sind bereits verblüht. Über die Beschwerden meines Körpers nehme ich wahr, dass auch ich am Ende des Lebens-Sommers angelangt bin. In meinen Knien, in meinen Halsgelenken knirscht es bereits gewaltig. Beim Beachen am Meer unter vielen Italienern merke ich, mein Körper kommt nicht mehr so leicht aus dem Sand. Auch meine Haut beginnt sich zu runzeln. Die Hormonblocker und vermutlich auch die Wechseljahre haben mich um Jahre altern lassen ...


In den Kernen der verwelkenden Sonnenblumen hat sich allerdings eine immense Energie eingelagert. Auch ein reifer Mensch hat in seinem Leben viel angesammelt. So verfügt er in der Regel über ein enormes Wissen: Lebenserfahrung, die wir wie einen wertvollen Schatz in uns tragen. Ich empfinde es als Geschenk, diese Ressourcen an die nächste Generation weitergeben zu dürfen. Natürlich nur soweit dies erforderlich und auch erwünscht ist. Irgendwann werden diese Reserven aufgebraucht sein. Dann wird es umgekehrt: Das Alter braucht die Kraft und Unterstützung durch die jungen Menschen.


Momentan fühle ich mich noch stark genug, darf noch Gebende sein. Ich merke aber, auch ich benötige immer mehr Hilfe von außen. Gerade in Sachen Technik ist uns Anna um Meilen voraus. Geschickt lotst sie uns mit Hilfe des Internets durch die Weiten der Toskana.



Auf der Sonnenseite des Lebens


Urlaub ist für mich immer ein willkommener Break im Alltag. Dieser nimmt mein Denken und Tun immer wieder neu hartnäckig in Gefangenschaft. Abstand dazu und Entschleunigung sind enorm wichtig, damit ich mich wieder neu orientieren und klar Standpunkt beziehen kann: Wo will ich eigentlich hin? Vor allem aber der Blick auf die Lebenswelten anderer Menschen weitet jedes Mal meinen Horizont aufs Neue.


Unsere letzte Station ist das Meer. Unermüdlich und in der größten Hitze versuchen hier Menschen aus verschiedenen Ländern ihre Ware an den Mann oder an die Frau zu bringen. Ich kaufe zwei Beach-Volleybälle. Die kann ich immer als Geschenke gebrauchen. Zudem tuen mir diese Leute einfach Leid. Vielleicht ist dies gar nicht notwendig - so kann ich doch nicht wissen, ob sie vielleicht sogar glücklicher oder zufriedener als ich sind. Mich würden ihre Geschichten interessieren. Aber ich weiß auch, Negatives würde mich nur belasten und ich kann ja eh kaum helfen. Die Welt ist nicht gerecht. Ein stetiger Überlebenskampf. Ich habe das Glück, dass ich auf der sogenannten Sonnenseite des Lebens aufwachsen durfte.




... dankbar über mein Leben in Sicherheit, eingebettet in einem funktionierendem Gesundheitssysthem und geschützt in einem Rechtsstaat, kehre ich nach Deutschland zurück. Auch hier nehme ich mir vor, weiter mein Köpfchen der Sonne entgegen zu recken - solange der schöne (Lebens-)Sommer noch anhält …


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