Ich bin dankbar ...

"Danke", sagt man wenn man ein Geschenk bekommen hat. In der Regel freut man sich auch darüber. Wenn jemand wahrnimmt, für was er alles dankbar sein kann, fühlt er sich als Beschenkter und vielleicht dadurch auch glücklicher.


In diesem Text finden sich viele Ideen, die anfangs alle ein bisschen so klingen, als ob man darüber eher jammern könnte. Wechselt man aber die Blickrichtung, merkt man, dass man sich eigentlich auch darüber freuen könnte.

Diesen Text habe ich bereits bei vielen Anlässen vorgetragen. Als ich diesen Text bei der Literaturnacht in Berching das erste Mal vorgelesen habe, da dachte ich als absoluter Morgenmuffel, was kann denn da kommen, dass man über einen Wecker am Morgen dankbar sein kann ...

... und gerade diese Antwort, bekommt für mich nun eine ganz neue Realität.



Ich bin dankbar ...


für Steuern, die ich zahle,

weil es bedeutet: Ich habe Arbeit und Einkommen.

für die Hose, die ein bisschen zu eng sitzt,

weil das bedeutet: Ich habe genug zu Essen.

für das Durcheinander nach einer Feier, dass ich aufräumen muss,

weil das bedeutet: Ich war von lieben Menschen umgeben.

für den Rasen, der gemäht, für die Fenster, die geputzt werden müssen,

weil das bedeutet: Ich habe ein zuhause.

für die laut geäußerten Beschwerden über die Regierung,

weil das bedeutet: Wir leben in einem freien Land und haben das Recht auf freie Meinungsäußerung.

für die Parklücke ganz hinten in der äußersten Ecke des Parkplatzes,

weil das bedeutet: Ich kann mir ein Auto leisten.

für die Frau, die in der Gemeinde hinter mir sitzt und falsch singt,

weil das bedeutet, dass ich gut hören kann.

für die Wäsche und den Bügelberg,

weil das bedeutet, dass ich genug Kleidung habe.

für die Müdigkeit und schmerzende Muskeln am Ende eines Tages,

weil das bedeutet: Ich bin fähig, hart zu arbeiten.

für den Wecker, der morgens klingelt,

weil das bedeutet, dass ich wieder einen Tag zum Leben habe.

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